SEO im Online Journalismus: friend or foe?

Es wird immer wichtiger, dass Journalisten das A und O der Suchmaschinenoptimierung bei ihrer Texterstellung mitdenken. Und: Das geht einfacher denn je. Denn stupides Keyword-Stuffing ist längst out – heute kommt es auf Content Mehrwerte an, die mit sinnvollen Metadaten angereichert werden.

Im Handelsblatt äußerte sich aktuell Mathias Döpfner, Präsident des Bundesverbands Deutscher Zeitungsverleger, zum Stellenwert der Netzssuche auf den heutigen Journalismus. Sein Fazit

Wir profitieren nicht von dem Traffic, den Google uns verschafft – wir sind komplett davon abhängig.

Die Abhängigkeit der Zeitungsangebote von ihrer Auffindbarkeit bei Google ist bei Medienhäusern und Journalisten schon seit längerem mit einer Art Hassliebe konnotiert – einerseits ist man auf den Traffic via Google angewiesen und nimmt diesen in Zeiten des Zeitungslesers 2.0 auch dankbar an, andererseits zankt man sich immer noch – auch verständlich – um das Leistungsschutzrecht mit der in Deutschland meistgenutzten Suchmaschine.

SEO und Journalismus nähern sich immer weiter an

Das Verhältnis zwischen Journalismus und SEO – Information und Marketing – ist zwiespältig, obwohl sich die Praxis in beiden Fällen immer ähnlicher verhält. Denn was früher SEO ausmachte, zählt heute fast nicht mehr. Statt mechanischer Keyword-Wiederholung zählen holistische Ansätze, die Synonyme und Wortfamilien genauso einschließen, wie eine generell interessant zu lesende, gut strukturierte und verständlich geschriebene Textgestaltung.

Auch Google legt Wert auf gut aufgearbeitete, sinnvolle und aktuell gehaltene Informationen. Heutige Content-Management Systeme vereinfachen darüber hinaus die SEO-Arbeit auch für Redakteure, sodass  einfache, aber wesentliche Optimierungsschritte auch ohne großartige Programmierkenntnisse durchgeführt werden können, um die Aufffindbarkeit des eigenen Textes zu erhöhen.

5 Einfache Tipps für die Suchmaschinenoptimierung im Online-Journalismus

1. Überschriften, die Leser – und Suchmaschinen ansprechen

Heutzutage arbeiten viele Medien mit Clickbait-Überschriften, die dem “Funktionsmuster” einer Schlagzeile aus dem Printbereich folgen, aber meistens eben auch eine besonders “klickgerechte” Formulierung wählen. Für die Google-Suche bieten sich Überschriften wie (worst case clickbait-Bsp) “Sie werden nicht glauben, was dieser Mann …” eher schlecht an, weil Keywordsignale kaum bis gar nicht vorkommen. Der wichtigste Suchbegriff (worum geht es? worüber soll der Text informieren und gefunden werden?) sollte möglichst prominent vorkommen – also in der Überschrift unbedingt erwähnt werden.

Ist dies aufgrund der Verschlagzeilung weniger möglich, sollte unbedingt auf die Keyword-Verwendung im Page-Title/Seitentitel des Textes geachtet werden. Der Seitentitel (in HTML <title> … </title>) wird dem Leser nicht auf der Seite angezeigt, sondern ist im Tab sichtbar – eben als eine zweite Art Überschrift, die für Suchmaschinen jedoch ein großes Potential hat.

Auch Zwischenüberschriften können durch sinnvolle Keyword-Einstreuungen nicht nur dem Leser eine bessere Gliederungsübersicht verschaffen, sondern darüber hinaus zusätzliche Ranking/Relevanzsignale senden.

2. Synonyme – aber sinnvoll

Würde man einem Text über Glutenunverträglichkeit trauen, der nicht einmal das Wort “Zöliakie” verwendet?

Synonyme, Andersformulierungen oder eben auch Fachwörter machen ein Thema erst rund, denn dann verspricht der Text, auch tatsächlich viel vom dargebotenen Thema zu verstehen. Übertreiben sollte man es trotzdem nicht – eine krampfhafte Suche nach “wie sagt man noch dazu?” zerstört die Lesbarkeit und das Verständnis – genau das, was keine Zeitung und auch kein Google Bot möchte. Es zählen also keine stumpfen Schlüsselbegriff-Wiederholungen mehr, sondern die passenden Wörter an passender Stelle, die darauf hinweisen, dass der Texter ein Fachmann fürs Thema ist. Ganz so, wie es auch der Qualitätsjournalismus verstanden haben will.

3. Thema, Thema, Thema …

Was bei Immobilien die Lage ist, ist beim Online-Publishing das Thema. Der Merksatz “Content is king” hängt bei vielen SEO’s wahrscheinlich schon als Stickbild an der Bürotapete, bleibt aber trotz seiner Floskelhaftigkeit valide. Und bedeutet, dass Qualitäts-Journalismus mit aktuell gehaltenen Themen, Informationen, Ratgebern und Nachrichten … schon von sich aus die beste Voraussetzung mitbringt, um von Lesern UND Suchmaschinen gut gefunden zu werden.

Da Journalisten oftmals von Nachrichtenagenturmeldungen abhängig sind, können auch trockene DPA-Meldungen mit wenigen “Schreibgriffen” optimiert und von der Masse abgehoben werden – und müssen dann nicht mehr im Sumpf des “Duplicate Contents” untergehen.

4. URL, Meta Descriptions, Bilder – mit wenig mehr kriegen

Ist es möglich, die URL zu benennen, sollte ein möglichst sprechender Text gewählt werden, der grundlegend nach dem Schema www.zeitung.de/artikel-name-thema.html mit inhaltlich präzisierenden Keywords angelegt ist. Auch eine interne Verlinkung von themenbenachbarten Zeitungsartikeln stärkt die On-Page-Optimierung und erhöht gleichermaßen die Aufmerksamkeit beim Leser (zum Anklicken und Weiterlesen).

Die Meta Description wird in den meisten Fällen als ca. 140-160 Zeichen langer Beschreibungstext bei Suchergebnissen angezeigt und sollte neben einer natürlich formulierten Keywordnennung auch weitere sinnvolle Informationen zum Text enthalten, die eben auch Lust machen, auf das Ergebnis zu klicken.

Auch Bilder sind wichtig für SEO – so wie für Zeitungen und Magazine. Noch besser kann der Text mit zugehörigem Bild gefunden werden, indem Bild-Titel und Alt-Attribute benannt werden.

5. Soziale Medien – Do you like my #hashtags?

Kein (Online) Journalist wird heute mehr ohne die Verwendung von Facebook, Twitter und Co. auskommen, um sein Publikum zu erreichen und die Reichweite zu erhöhen. Wer Social Media Formulierungen und Hashtags klug einsetzt, kann dieses Ziel signifikant schneller erreichen. Dann wird geteilt, geliked, besucht und wiedergekehrt – genau die Kennziffern, die Google für guten Content ausgeschrieben hat und die von der Suchmaschine langfristig auch mit guten Rankings belohnt wird.

Fazit

Die Regeln für gute Suchmaschinenoptimierung gehen mit den Qualitätsansprüchen von Journalismus immer weiter konform. Online-Journalismus profitiert von SEO – und andersrum. Durch die fortschreitende Algorythmus-Spezialisierung der Suchmaschinen werden gut lesbare und aktuelle Inhalte auch im Ranking belohnt, sodass Journalisten ihre Texte mit einfachen Optimierungsschritten fit für die Google-Suche machen können. Und somit auch mehr Seitenbesucher und Leser an sich binden.

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